Umweltschutz und Alternative Energien - Hintergrundinformationen zum Thema

Alternative Energien und Energiepolitik

3.2 Kontroverse politische Standpunkte für die zukünftige Energiewirtschaft und Enregiepolitik

Die EVU, die praktisch ein großer Konzern ist, setzt auch weiterhin auf fossile Energieträger. Braunkohle ist ein Brennstoff mit Zukunft, heißt es von ihnen. Bemerkenswert ist hier, daß die RWE und Preußen Elektra auch große Teile der Abbauunternehmen für Braunkohle besitzt (Vgl. 1, S. 61). Es werden modernste Technologien eingesetzt, um die Verbrennung von Braunkohle umweltfreundlicher und wirtschaftlicher zu gestalten. Das ist kein Wunder, denn in der ehemaligen DDR, die ja nun auch von den EVU Unternehmen eingenommen wurde, gibt es riesige Braunkohleabbaugebiete. Auch weisen die EVU`s darauf hin, daß die verschandelten Landschaften wieder kultiviert werden können. Sie weisen in diesem Zusammenhang auf die bereits erzielten Erfolge in Westdeutschland hin.(Vgl. 2, S. 49-51).
Aber für die Zukunft muß sich auch die EVU auf die Umstellung anderer Energieträger einstellen.
Die Prognosen für den zukünftigen Einsatz von alternativen Energieträgern fällt aber sehr gedämpft aus. So sieht beispielsweise die HASTRA den Anteil der alternativen Energiequellen an der Energieversorgung nur bei 10 % (Vgl. 8, S. 6).
Heutzutage könnten die regenerativen Energiequellen nur einen Zusatz zu den fossilen darstellen und erst in wenigen Jahrzehnten seien sie konkurrenzfähig (Vgl. 2, S. 59).
Auch die Einspeisepreise für alternativ erzeugte Energien sehen die EVU´s natürlich als recht hoch an. (Vgl. 2, S. 57). Im Moment sind die erneuerbaren Energiequellen viel teuerer als die herkömmlichen. Das hat allerdings seinen Grund, wie auch die EVU´s einräumen müssen: Die „sozial, ökologischen Kosten“ der Energieerzeugung sind nicht im Strompreis der fossilen Energieträger enthalten. Wenn berücksichtigt würde, daß regenerative Energiequellen völlig umweltverträglich und unerschöpflich sind, würde ihr Preis im Gegensatz zu den dann viel schlechter abschneidenden herkömmlichen Energieträgern viel besser dastehen, weil die Steinkohle, Öl und Erdgas und Uran vorkommen nur begrenzt verfügbar und die Emmissionen der Kraftwerke enorm sind. (Vgl. 2, S. 57).

Nach Meinung neutraler Berichterstatter gehört den alternativen Energiequellen die Zukunft. Man weist drauf hin, daß 5 % der Wüstenfläche der gesamten Welt reichen würde um, durch Photovoitaik den Weltprimärenergiebedarf zu decken. (Vgl. 12, S. 27).

Auch das Bundesministerium für Wirtschaft weist darauf hin, daß die zukünftigen Ziele ihrer zukünftigen Energiepolitik darin bestehen wird, den Energieverbrauch zu senken und auch alternative Energiequellen zu fördern. Allerdings setzt sie auch weiterhin auf die Nutzung der Kernenergie (Vgl. 10, S. 57). Zur Feststellung der „sozialen Folgekosten“ der fossilen Energieträger hat die BRD ein Gutachten in Auftrag gegeben. (Vgl. 10, S. 50). Um den Energieverbrauch im Verkehr zu senken, setzt sie auch in Zukunft auf den Ausbau der öffentlichen Verkehrsnetze. (Vgl. 10, S. 68). Das veraltete Energiewirtschaftsgesetz soll nach Angaben des Bundesministeriums bald erneuert werden. (Vgl. 10, S. 60). Die Öffnung des EG Binnenmarktes wird mehr Konkurrenz in den monopolistischen Energiemarkt bringen. Ferner „begrüßt“ die Bundesregierung den Vorschlag einer EG Kommission eine C02/Energiesteuer einzuführen und weist darauf hin, daß alternative Energiequellen auch aufgrund der erhöhten Sonneneinstrahlung in der Dritten Welt Entwicklungshilfe leisten kann (Vgl. 10, S. 58). Allerdings ist auch die Bundesregierung der Meinung, daß erneuerbare Energiequellen in naher Zukunft die fossilen nur ergänzen, nicht ersetzen können. (Vgl. 10, S. 70).

Die politische Gegenkraft zu der EVU bilden u. a. Gruppen wie Greenpeace oder Die Grünen. Sie sehen vieles anders. Die neben der „Nicht-Dazuberechnung“ der sozialen Folgekosten ist auch eine nicht Vermarktung der Alternativtechniken schuld an der Überteuerung der Energie aus regenerativen Quellen. Die EVU´s haben den Großteil der regenerativen Energiequellen unter Kontrolle und sorgen dafür, daß eine Vermarktung nicht zustande kommt. (Vgl. 10, S.30) Es gab bis heute nur 2 Hersteller von photovoltaischen Zellen. Bei beiden waren Unternehmen der EVU zu 50 % beteiligt. Nachdem die erste (Siemens, Bayernwerke)1993 ihre Produktion in Deutschland einstellte, folgte 1995 Daimler Benz und RWE und stellten ebenfalls ihre Produktionen in Deutschland ein. Damit waren 380 Millionen DM Subventionen der BRD in den Sand gesetzt und das hat gezeigt, daß die EVU´s kein Interesse am Durchbruch der neuen Techniken zeigen (Vgl. 4, S. 3).
Der hohe Preis der photovoitaischen Technik war bisher so zu erklären, daß es nur kleine Fertigungsanlagen gibt und dadurch der Preis der Zellen sehr hoch war. (Vgl. 4, S. 2).
Es wird der EVU vorgeworfen, nur Interesse an der Stromerzeugung und ihren Absatz zu haben, aber keine Interessen an den Energiedienstleistungen (= Energiesparen, Isoliertechnik usw.) zu zeigen. (Vgl. 13, S. 222).
Es wird eine dezentrale Energieerzeugung gefordert, die bei dem Einsatz von regenerativen Energiequellen und KWK´s anfallen würde. Durch die Dezentralisierung würde der Wirkungsgrad der gesamten Energieerzeugung erhöht werden. Dazu muß das ganze Energiewirtschaftssystem verändert werden (Vgl. 13, S. 252 und 6, S. 8 und 1, S. 61). Auch der Ausstieg aus der Atomenergie wird in diesem Zusammenhang gefordert ( Vgl. 1, S. 61 und 3, S. 5 und 6, S. 8). Auch die Übernahme des Stromnetzes und auch der Stromerzeugung durch die Kommunen würde wirtschaftlicher und umweltschonender für die Kommunen sein. (Vgl. 1, S. 61). Die Einführung einer Ökosteuer bzw. eines Ökobonus würde hohe staatliche Einnahmen bringen, die dann wieder der Weiterentwicklung der regenerativen Energiequellen zugutekommen soll (Vgl. 6, S. 11). Diese Ökosteuer richtet sich nach den Anteil der erzeugten C02 Emissionen in der Energie, die bezogen wird. Der Ökobonus wäre ein Freibetrag, den jeder Bürger am Ende des Jahres zurückbekommen würde. Der, der umweltfreundliche Produkte und Energie benutzt, würde also Geld sparen.
Es wird eine Änderung der Energiepolitik gefordert. Es wird ein Stop der Investition für die Atom- und Kohlekraftwerke gefordert und mehr Subventionen für die alternativen Energiequellen. (Vgl. 14).
Eine Vision der Umgestaltung der Energiewirtschaft, wie sie auch Greenpeace sieht, wird in dem Film „Fluchtweg aus dem Treibhaus“ beschrieben: Bis zum Jahre 2030 soll die gesamte Energiewirtschaft umstrukturiert worden sein. Dann gäbe es keine Atomkraft mehr, Sonnenkraft würde 25 % , Biogas 20 %, Windkraft 15 % und Wasserkraft 10 % und die fossilen nur noch 30 % der Energie liefern. 2/3 der heutigen Energie würde dann eingespart worden sein. Der Autoverkehr würde drastisch eingeschränkt und das öffentliche Verkehrsnetz entsprechend ausgebaut worden sein. Durch die Regelung des Ökobonus und der Ökoteuer würde der Benzinpreis auf 5,-- DM/Liter angewachsen sein. Nur mit diesem Programm wäre es möglich, das Vorhaben der Bundesregierung bis zum Jahre 2005 25 % der C02 Emissionen einzudämmen zu schaffen. (Vgl. 14.) Ein etwas anderes Szenario, das aber in die gleich Richtung zielt , zeigt Abbildung 7.
Gruppen mit solchen alternativen Vorstellungen haben bis heute noch keine große wirtschaftliche oder politische Macht. Nur vereinzelt können sie aktiv ihre Visionen gestalten. Im Bundesland Niedersachsen z. B. regierte bis 1994 ein rot/grünes

 

 

 

 

 

 

 

 

Bündnis. Der grüne Umweltminister gründete einer Energieargentur, die die Entwicklung regenerativer Energiequellen fördert. (Vgl. 5, S. 6).

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